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Energieeinsparverordnung (EnEV) 2014Energie - Logo

 

Seit dem 1. Mai 2014 gilt die neue Energieeinsparverordnung (EnEV). Grundlage ist das Energieeinsparungsgesetz (EnEG). 

Hintergrund ist das EU-weite Ziel bis 2030 40% Treibhausgase und 27% Energie einzusparen. Zeitgleich sollen die erneuerbaren Energien auf 27% ausgebaut werden. Da der Gebäudesektor beinahe die Hälfte (40%) des EU-Gesamtenergiebedarfes beansprucht, bietet dieser Bereich ein großes Spektrum viel Energie einzusparen. Damit das Ziel erreicht werden kann, wurden von der EU neue Richtlinien zur Gesamtenergieeffizienz beschlossen. 

Geltungsbereich der EnEV: 

  • Für Gebäude mit Innentemperaturen von 19°C und 12°C (die Gebäude müssen innerhalb eines Jahres mehr als vier Monate auf diese Temperatur beheizt werden)
  • Für Wohngebäude die zum Teil oder Großteil zum Wohnen verwendet werden

Nicht unter die EnEV fallen nachfolgende Gebäude:

  • Gebäude unter Denkmalschutz, Betriebsgebäude zur Tierhaltung, offen gehaltene Betriebsgebäude, unterirdische Bauwerke, Gewächshäuser oder Gebäude in denen Pflanzen gezüchtet werden und Gebäude wie z.B. Zelte die mehrmals auf- und abgebaut werden müssen
  • Bagatellgrenze bei kleinen Sanierungsmaßnahmen von 10 Prozent (Werden weniger als zehn Prozent saniert greift die EnEV nicht)

Die EnEV gilt für Sanierungsmaßnahmen. Dabei ist genau geregelt welchen U-Wert das Bauteil erreichen muss.

Nachrüstpflichen der EnEV 2014: 

  • Die oberste Gebäudedecke die nicht den Mindestwärmeschutz (U-Wert kleiner/gleich 0,24 W/m² K) erfüllt muss gedämmt werden (Frist bis Ende 2015)
  • Gas- und Ölheizungen mit einem Baujahr früher als 1985 müssen erneuert werden (Frist bis Ende 2014)
  • Kessel mit veralteter Technik (Standard- und Konstanttemperaturkessel) die nach 1985 gebaut wurden müssen nach einer Laufzeit von 30 Jahren ausgetauscht werden

Ausnahmen: Hauseigentümer die vor dem 01.02.2002 im Haus gewohnt haben. Bei einem Eigentümerwechsel müssen die Nachrüstungen innerhalb von zwei Jahren erfolgen.

Neuerungen der EnEV 2014:

  • Neue Skalierung des Energieausweises für Wohngebäude bis 250 kWh/(m²a). Die Energieeffizienzklassen werden auf A+ bis H ergänzt und die Modernisierungsempfehlungen verschärft
  • Die Gesamtenergieeffizienz von neu gebauten Wohn- und Nichtwohngebäuden muss 25 Prozent besser sein (ab 1.1.2016). Außerdem muss die Wärmedämmung der Gebäudehülle besser ausgeführt werde
  • Bei Verkauf oder Vermietung der Immobilie müssen die Energiekennwerte (spezifischer Endenergiebedarf) angegeben und öffentlich gemacht werden
  • Es gibt Stichprobenkontrollen für Energieausweise und ein System zur Kontrolle für die Inspektion von Klimaanlagen

Weitere Infos zur EnEV 2014 finden Sie hier.

 

Energieausweis: Wer muss was?

Fakten-Check der Energieberatung des VerbraucherService Bayern

Klarheit schaffen über die energetische Qualität eines Gebäudes und über die zu erwartenden Energiekosten – das soll der Energieausweis laut Energieeinsparverordnung (EnEV) leisten. Seit es ihn gibt, wird er jedoch auch heftig kritisiert, und über Rechte und Pflichten von Eigentümern, Käufern und Mietern gibt es zahlreiche Missverständnisse.

Petra Herzog, Expertin des VerbraucherService Bayern, Beratungsstelle Ingolstadt erläutert die Eckpunkte.

Was steht drin?

Der fünfseitige Energieausweis enthält neben grundlegenden Angaben zum Gebäude entweder die Kennwerte für Energiebedarf (Bedarfsausweis) oder Energieverbrauch (Verbrauchsausweis). Bei Neubauten oder bei Verkauf oder Vermietung von Wohngebäuden mit weniger als 5 Wohneinheiten, die älter als 1977 sind, und nicht das Anforderungsniveau der Wärmeschutzverordnung 1977 einhalten ist nur der Bedarfsausweis zulässig.

Zudem beinhaltet der Ausweis soweit möglich Maßnahmenvorschläge zur Verbesserung des energetischen Gebäudezustands. „Hier handelt es sich ganz klar um Empfehlungen“, betont Petra Herzog „Niemand ist verpflichtet, die Liste abzuarbeiten. Am besten bespricht man mit einem Energieberater, was möglich und sinnvoll ist.“

Wer braucht einen Energieausweis?

Verpflichtend ist der Energieausweis immer dann, wenn ein Gebäude neu gebaut, umfassend saniert, verkauft oder neu vermietet werden soll. Bei Vermietung müssen die wichtigsten Kenndaten des Ausweises bereits in der Immobilienanzeige genannt werden. Ab 1.5.2015 gilt die Verletzung dieser Pflicht als Ordnungswidrigkeit.

„Wer sein eigenes Haus seit Jahren selbst bewohnt und es weder verkaufen noch vermieten will, braucht also keinen Energieausweis – auch wenn es immer wieder Betrüger gibt, die das behaupten“, stellt Petra Herzog klar.

Wer stellt den Energieausweis aus?

Ein Energieausweises muss von Fachleuten mit besonderer Qualifikation ausgestellt werden. Ein amtliches Zertifikat oder eine vollständige Liste aller Aussteller gibt es allerdings nicht. Hilfreich ist die Liste der dena (https://effizienzhaus.zukunft-haus.info/experten/suche-experten/). Sie bietet jedoch keine Gewähr für die Qualität der gelisteten Anbieter.

Wichtig ist: Ein Energieausweis ersetzt keine Energieberatung. „Wer plant, die Empfehlungen umzusetzen, sollte unbedingt eine unabhängige Beratung in Anspruch nehmen“, empfiehlt Petra Herzog.

Bei allen Fragen zum effizienten Einsatz von Energie hilft die Energieberatung des VerbraucherService Bayern: online, telefonisch oder mit einem persönlichen Beratungsgespräch. Die Berater informieren anbieterunabhängig und individuell. Vereinbaren Sie noch heute einen Termin. Für einkommensschwache Haushalte mit entsprechendem Nachweis sind die Beratungsangebote kostenfrei. Mehr Informationen gibt es auf www.verbraucherservice-bayern.de oder unter 0800 – 809 802 400 (kostenfrei). Die Energieberatung des VerbraucherService Bayern wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.