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Fracking, auch „hydraulic fracturing“ bezeichnet, ist das Aufspalten von tiefen, festen Gesteinen zur Gewinnung von Erdgas oder Erdöl. Um diese Energieträger aus Gesteinen zu gewinnen, die in großer Tiefe liegen und fest sind, wie Schieferton, Kohleflöz oder Sandsteinlagerstätten, wird ein bis zu mehreren tausend Meter langes Bohrloch bis zum Zielgestein gebohrt. Darüber wird mit Hochdruck Wasser eingepumpt, das meistens mit Chemikalien versehen ist, um das Gestein aufzubrechen, mit Klüften zu versehen und diese zu stabilisieren. Durch diese Risse kann das Gas oder Öl zum Bohrloch fließen und anschließend gefördert werden.

 Umwelt - Fracking

Bildnachweis: Frank Trurnit & Partner Verlag GmbH

Seit Anfang der 2000er Jahre fördert die USA verstärkt Erdgas mit Hilfe von Fracking, sog. Schiefergas. Seitdem ist ein regelrechter Boom bezüglich Fracking entstanden, da durch dieses Verfahren weitere Erdgasquellen angezapft werden, die mit dem herkömmlichen, konventionellen Verfahren nicht erschlossen werden können.  Die USA versorgt sich somit mittlerweile selbstständig mit Erdgas, während Deutschland größtenteils auf Gasimporte v.a. aus Russland angewiesen ist. Erdgas spielt auf dem Weg zu der Umstellung auf Erneuerbare Energien eine große Rolle: es ist flexibel und vielfältig zur Strom- und Wärmegewinnung einsetzbar und  weist deutlich geringere CO2-Emissionswerte auf als Erdöl oder Kohle. Somit kann damit gerechnet werden, dass in Zukunft der Erdgasverbrauch steigen wird. Um von den Gasimporten unabhängig zu werden, ist das Fracking eine Möglichkeit, die derzeit in Europa untersucht und stark diskutiert wird.

 Umwelt - Schiefergasgebiete Europa

Bildnachweis: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR)

Einige Länder, wie Frankreich oder Spanien haben bereits die Anwendung der Fracking-Methode durch die Regierung verboten. In Deutschland ist derzeit ein Gesetzesentwurf im Laufen, der noch 2014 beschlossen werden soll. Darin soll Fracking in Deutschland erlaubt werden, wobei Umweltverträglichkeitsprüfungen vorgeschrieben und Fracking in Wasserschutzgebieten (14 % der deutschen Landfläche) verboten werden. Die Erdgasmenge, die in Deutschland durch Fracking gewonnen werden könnte, reicht maximal für ca. 12 Jahre, um den gesamten Gasbedarf Deutschlands zu decken.

 

Fracking birgt jedoch auch viele Risiken, weswegen diese Schiefergasförderung sehr kritisch betrachtet wird. Die Hauptrisiken entstehen durch das Wasser, welches mit Chemikalien und Sand in die Tiefe gepresst wird:

  • Verbrauch großer Wassermengen: pro Bohrung werden bis zu 10 Mio. Liter Wasser in die Tiefe gebohrt
  • Pro Bohrung werden bis zu 12 verschiedene Chemikalien eingesetzt; diese Stoffe sind teilweise giftig oder krebserregend
  • Beim Transport der Abwässer z.B. über Pipelines treten oft undichte Stellen auf, aus denen belastetes Wasser austreten und das Grund- und Oberflächenwasser verunreinigen kann
  • Des Weiteren gibt es noch einige Aspekte, die noch nicht ausreichend wissenschaftliche Belege aufweisen, direkt mit dem Fracking in Verbindung zu stehen. Dies sind z.B. ein erhöhter Gasgehalt im (Trink-)Wasser oder die Entstehung von (Mikro-) Erdbeben.