Hilfsnavigation

Volltextsuche

Icon deutsch Icon english

Interessenbekundungsverfahren zur Konzeptvergabe für den Verkauf von zwei Grundstücken im Baugebiet "Oberhaunstadt - Kreuzäcker"

Luftaufnahme Bebauungsplan Am Kreuzäcker in Oberhaunstadt

2.1 Lage des Plangebietes
2.2 Grundstücksdaten und planungsrechtliche Situation
4.1 Verfahren
4.2 Einzureichende Unterlagen

 

 

 

1 Anlass und Zweck

Zur Schaffung von Wohnraum wurde das Bauleitplanverfahren 611 A »Oberhaunstadt - Am Kreuzäcker“ und die Änderung des Flächennutzungsplanes im Parallelverfahren durchgeführt und mit Wirkung vom 05.04.2017 rechtskräftig. Im Rahmen des Umlegungsverfahrens wurden der Stadt Ingolstadt Grundstücke zugeteilt. Die Grundstücke der Flurnummern 1321 und 1319, Gemarkung Oberhaunstadt, stehen nun zur Veräußerung an.

Zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum als Pflichtaufgabe, zur Errichtung einer Kindertageseinrichtung ("KiTa") als soziale Infrastruktur sowie zur Sicherung von städtebaulicher und architektonischer Qualität soll die Vergabe der oben genannten Grundstücke jeweils im Rahmen einer Konzeptvergabe erfolgen.

Das Konzeptvergabeverfahren sieht eine Ausschreibung und Vergabe der Grundstücke mit einer stärkeren Gewichtung der Konzeptqualität als des Preisgebots vor. Die Vergabeziele werden anhand einer Bewertungsmatrix durch ein Gutachtergremium bewertet. Bei der Bewertung wird die Qualität der Planung mit 70 Prozent, das Preisgebot mit 30 Prozent gewichtet.

 


 


2 Rahmenbedingungen

2.1 Lage des Plangebietes

Lage des PlangebietesOberhaunstadt ist ein Ortsteil im Nordosten der Stadt Ingolstadt. Das Baugebiet liegt an dessen nordöstlichem Rand, circa 300 Meter vor der Stadtgrenze zum Gemeindegebiet von Lenting im Landkreis Eichstätt. Das Gebiet wird auf der Südseite von der Beilngrieser Straße, im Osten und Norden von landwirtschaftlichen Flächen und im Westen von der Lindewiesener Straße umfasst.

2.2 Grundstücksdaten und planungsrechtliche Situation

Grundstück B02

  • Lagebezeichnung: Kreuzäcker
  • Gemeinde: Ingolstadt
  • Gemarkung: Oberhaunstadt
  • Flurstück: 1321
  • Grundstücksgröße: 5.281
  • Mindestkaufpreis: 495 Euro/m² zzgl. Erschließungskosten


Grundstück B03

  • Lageplan B03 und B04Lagebezeichnung: Kreuzäcker
  • Gemeinde: Ingolstadt
  • Gemarkung: Oberhaunstadt
  • Flurstück: 1319
  • Flurstücksgröße: 2.207 m²
  • Mindestkaufpreis:
    • a) für die neben der Kita für eine anderweitige Nutzung vorgesehene Grundstücksfläche 495 Euro/m² zzgl. Erschließungskosten
    • b) für die anteilige Kita-Fläche ¼ des vom Bieter tatsächlich nach lit. a) gebotenen Kaufpreises zzgl. Erschließungskosten

 

 


 

3. Planungsziele

Grundstück B02

Um dauerhaft günstigen Wohnraum bereitzustellen, soll auf dem Grundstück B02 im Baugebiet „Oberhaunstadt – Kreuzäcker“ der Bau von preisgünstigen öffentlich geförderten Mietwohnungen (einkommensorientierte Förderung nach dem EOF-Modell) unter Einhaltung der Wohnraumförderbestimmungen (WFB) 2012 realisiert werden.

Für das Grundstück B02 müssen folgende planerische und sozialpolitische Vorgaben von den Bietern erfüllt werden:

a) Bindung an den geforderten Bau preisgünstiger öffentlich geförderter Mietwohnungen (einkommensorientierte Förderung nach dem EOF-Modell) unter Einhaltung der Regelungen der Wohnraumförderbestimmungen (WFB) 2012

b) dinglich gesicherte Belegungsbindung für die Dauer von 25 Jahren unter Berücksichtigung einer sozialverträglich durchmischten Bewohnerstruktur

c) Soziale Bindung für weitere 25 Jahre nach Ablauf der Dauer nach lit. b) durch dinglich gesicherte Begrenzung des Mietpreises auf eine Höhe von höchstens 20 Prozent unterhalb der ortsüblichen Vergleichsmiete und die Vornahme einer  Mieterauswahl in Anlehnung an Art. 5 Bayerisches Wohnungsbindungsgesetz (BayWoBindG)

d) dinglich gesichertes Aufteilungs- und Umwandlungsverbot in Eigentumswohnungen sowie Verbot von Eigenbedarfskündigungen für die Dauer von 50 Jahren

e) Umsetzung des Wohnungsbauvorhabens als KfW-Energieeffizienzhaus 55 oder besser

f) Verpflichtung zum Bau und zum Unterhalt eines mindestens 40 m² großen Raumes für gemeinschaftsfördernde Maßnahmen

g) Anbieten eines Konzeptes für Nahmobilität

h) Bei einer Weiterveräußerung ist sicherzustellen, dass diese Verpflichtungen auf den Rechtsnachfolger übergehen

Der bestehende Rosengarten bleibt zum Großteil erhalten und soll städtebaulich in geeigneter Weise Berücksichtigung finden. Dazu ist vom Bieter für das Grundstück B02 ein Konzept zur Einbindung, Pflege und Unterhaltung der Grünanlage Rosengarten unter Berücksichtigung der vorgegeben Pflegemaßnahmen zu erstellen. Die Stadt Ingolstadt beabsichtigt, die Pflicht des zum Zuge kommenden Bieters zu Pflege und Unterhaltung des Rosengartens dinglich sichern zu lassen.

Bauplanungsrechtlich sind die Vorgaben des Bebauungsplanes einzuhalten.

 

Grundstück B03

Um den Bedarf an zusätzlichen KiTa-Plätzen decken zu können, soll auf dem Grundstück B03 eine Kindertageseinrichtung für 30 Kindergartenkinder und 36 Krippenkinder (Fördergrundlage gemäß Summenraumprogramm 479 m² siehe Anlage) entstehen und betrieben werden. Eine Überbauung der Kindertageseinrichtung ist möglich und erwünscht. Bezugnehmend auf das Summenraumprogramm sollten die Räumlichkeiten so flexibel gestaltet sein, dass je nach Anfrage die Platzstruktur (z. B. wenn der Bedarf an Kindergartenplätze steigt) angepasst werden kann.
Die angegebene, geförderte Quadratmeterzahl im Summenraumprogramm ist lediglich eine Empfehlung und in sich (bezüglich der aufgelisteten Räumlichkeiten) flexibel.
Das Bau- bzw. das Investitionsförderverfahren wird entsprechend den für Ingolstadt beschlossenen Regularien und Anforderungen für die Förderung nach dem Finanzausgleichsgesetz (FAG-Förderung) durchgeführt (siehe Anlage, Stadtratsbeschluss 531/15 vom 30.07.2015). Dabei sind alle an KiTa-Bauvorhaben gestellten baurechtlichen und förderrechtlichen Vorgaben einzuhalten (z. B. Summenraumprogramm, FAG-Richtlinien, Ausschreibungsverpflichtungen und Vergabeverfahren). Im Anhang befinden sich das entsprechende Summenraumprogramm und die berechnete Gesamtförderung für den Bau der Kindertageseinrichtung (siehe Anlage).

Es ist (nach der Aufforderung zur Angebotsabgabe) eine Kalkulation zugrunde zu legen, in welcher die Refinanzierung des KiTa-Gebäudes innerhalb von 25 Jahren ermöglicht und entsprechende Rücklagen für den Bauunterhalt berücksichtigt werden. Diese Kalkulation ist der Stadt Ingolstadt vorzulegen. Hierbei sind die öffentlichen Zuschüsse miteinzurechnen und zu berücksichtigen.


Pro Kind ist eine Außenspielfläche von mindestens 10 m² einzuplanen. Um bei einer veränderten Platzstruktur ausreichend Spielfläche zu haben, sollte eine Außenspielfläche von mindestens 740 m² berücksichtigt werden.

Es werden nur Angebote berücksichtigt, die sowohl Bau als auch Betrieb der KiTa enthalten; der Betrieb kann vom Bieter selbst oder einem von ihm eingebundenen Dritten als Träger erfolgen. Falls der zum Zuge kommende Bieter die KiTa nicht selbst betreibt, kann er eine Liste interessierter KiTa-Träger beim Amt für Kinderbetreuung und vorschulische Bildung, Frau Habermeier, E-Mail: sonja.habermeier@ingolstadt.de, Telefon: 0841 305-45606 erfragen.
Der Betreiber hat sich zu verpflichten, sich bei der geplanten KiTa-Platzvergabe am Online-Verfahren der Stadt Ingolstadt zu beteiligen. Falls der zum Zuge kommende Bieter die KiTa nicht selbst betreibt, hat er den von ihm einzubindenden Träger entsprechend zu verpflichten. Der Investor hat die Verpflichtung die KiTa über 25 Jahre entweder selbst zu betreiben oder einen entsprechenden Betreiber vertraglich dazu zu verpflichten. Die Zweckbindung bleibt auch bei einem Wechsel / Ausfall des Betreibers umfänglich bestehen.

Die Betriebseröffnung der KiTa soll bis spätestens 01.09.2019 erfolgen. Für jeden angefangenen Monat, um den diese Frist überschritten wird und soweit die Überschreitung vom Investor / Bauträger, seinen Erfüllungs- oder Verrichtungsgehilfen oder von ihm eingebundenen Dritten zu vertreten ist, hat der Investor / Bauträger der Stadt Ingolstadt eine Vertragsstrafe von 2.000 Euro zu bezahlen.
Der Investor / Bauträger bleibt unbeschadet seiner Pflicht zur Zahlung der Vertragsstrafe zur Erfüllung seiner vertraglichen Pflichten verpflichtet.
Die Geltendmachung eines weitergehenden Schadens, insbesondere aus Forderungen von Eltern wegen anderweitig in Anspruch genommener Betreuungsangebote, bleibt vorbehalten.

Die KiTa kann mit frei finanziertem Wohnungsbau überbaut werden. Die hierfür mögliche Geschossfläche ist entwurfsabhängig. Für Kindertageseinrichtung und Wohnungsbau sind die laut Bebauungsplan vorgegebene GFZ von 0,9 und maximal 3 Geschosse einzuhalten.

 


 

4 Interessenbekundung

4.1 Verfahren

Die Durchführung des Interessenbekundungsverfahrens wurde mit der Veröffentlichung in der örtlichen Presse öffentlich bekannt gemacht und eingeleitet. Die Teilnahme am Verfahren ist kostenlos. Es wird weder eine Vergütung noch ein Aufwandsersatz für die Bewerbung geleistet.

Die Interessenbekundung hat in Form der vollständig ausgefüllten und unterschriebenen Eigenerklärung (siehe 4.2) bis zum 01.12.2017 mit dem Betreff „Interessenbekundung – Oberhaunstadt Kreuzäcker“ digital bei liegenschaftsamt@ingolstadt.de oder schriftlich per Post bei folgender Adresse einzugehen:

Stadt Ingolstadt
Liegenschaftsamt
Spitalstraße 3
85049 Ingolstadt


4.2 Einzureichende Unterlagen

Gesucht werden Vorhabenträger, die möglichst bereits Erfahrung in der Planung und Realisierung vergleichbarer Projekte haben. Bewerbungen von Interessenten ohne solche Erfahrung sind aber zulässig, ebenfalls erwünscht und werden gleich behandelt.

Um die Eignung der Bewerber festzustellen, sind in der als Anlage beigefügten Eigenerklärung entsprechende Referenzprojekte für die auf dem jeweiligen genannten Grundstück vorgegebene Bebauung anzugeben.


Zum Nachweis der Eignung für Grundstück B03 können auch Angebotsgemeinschaften eingegangen werden (Errichtung von Wohnungen und KiTa einerseits und Betrieb der KiTa andererseits).

 



5 Weiteres Verfahren, Zeitplan

Nach Abschluss des Interessenbekundungsverfahrens werden die geeigneten Bewerber zur Abgabe eines Angebots (Konzept + Preis) aufgefordert. Die genaueren Anforderungen sowie die Bewertungskriterien (Architektur, Städtebau, Einhaltung von Förderrichtlinien, bauliches und pädagogisches Konzept der KiTa, zusätzliche Qualitäten wie Energieeffizienz, Nahmobilität, Ein- bzw. Anbindung des Rosengartens, etc.) und deren Gewichtung werden den zugelassenen Bewerbern bekanntgegeben.

Die Bewertung der eingegangenen Angebote erfolgt durch ein Gutachtergremium, welches eine Empfehlung zur Zuschlagsvergabe abgibt. Diese Empfehlung wird anschließend dem Stadtrat zum Beschluss vorlegt.


01.12.2017 Ende Interessenbekundungsverfahren

06.12.2017 Aufforderung zur Angebotsabgabe

18.12.2017 Ende Rückfragenfrist

21.12.2017 schriftliche Beantwortung Rückfragen/Rückfragenkolloquium

15.01.2018 Angebotsabgabe (Preisgebot + Konzept)

 

Die Ausschreibungsunterlagen zum Herunterladen finden Sie >> hier.

 

Kontakt:

Liegenschaftsamt, Spitalstraße 3, 85049 Ingolstadt, E-Mail: liegenschaftsamt@ingolstadt.de